Kontroverse um die 1web GmbH

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Grund genug für uns nachzuhaken. Im Gespräch mit webhostlist.de bestätigt der Geschäftsführer der 1web GmbH, der inzwischen auch Geschäftsführer der 1web Internetprovider S.L. ist, die Einstellung des Geschäftsbetriebs in Deutschland. Die deutsche GmbH werde sobald die Umstellung zur S.L. erfolgt sei eingestellt. Die zwischenzeitige Nicht-Erreichbarkeit sei aber nur ein Fehler der Post gewesen. Einziger Hintergrund der ganzen Umstellung sei, “dass der Geschäftsführer und Inhaber seinen Wohnsitz nach Gran Canaria verlegt habe”. Und auch der Transit der Domains sei ein “Missverständnis” gewesen – diesmal aber durch die DENIC.

Dort sieht man das anders. Stefanie Welters aus dem Pressereferat: “Gemäß den Domainbedingungen der DENIC [..] können verschiedene Konstellationen dazu führen, dass Domains in den TRANSIT gelangen: (a) die aktive Aufgabe der Verwaltung dieser Domain(s) durch ein bisher betreuendes Mitglied (Par. 1, Abs. 3) oder (b) das verwaltende Mitglied kommt den Zahlungsverpflichtungen gegenübr DENIC nicht nach (Par. 4, Abs. 2).” Die 1web GmbH sei weiter Mitglied in der DENIC. Es liege auch keine Kündigung seitens des Unternehmens vor. “In der Tat ist die 1web GmbH derzeit weiterhin Mitglied der DENIC eG. Es liegt uns auch keine Kündigung seitens dieses Unternehmens vor. Gemäß Par. 7 des Genossenschaftsstatuts ist der Ausschluss eines Mitglieds in solchen Fällen möglich, in denen es zu Unregelmäßigkeiten in der Vertragserfüllung kommt. Wirksam wird ein solcher Ausschluss eines Mitgliedes jeweils zum Schluss eines Geschäftsjahres.”

Also wirklich nur ein Umzug der etwas schiefgelaufen ist oder Unregelmäßigkeiten in der Vertragserfüllung, wie sie die DENIC andeutet? Hinter der Umfirmierung steckt nach unseren Recherchen noch mehr. Zum einem handelt es sich laut dem Geschäftsführer nicht um eine Umfirmierung. Die spanische S.L. sei nicht Rechtsnachfolger der GmbH. Die Namensähnlichkeit und “Übernahme” der Verträge wäre dementsprechend gar keine. Es handele sich vielmehr um getrennte Unternehmen. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn eine lautstarke Gruppe von Firmenkunden der 1web GmbH hat noch offene Forderungen, unter anderem aus alten Kautionsverträgen. Diese Kunden fürchten, dass es sich bei der gesamten Umfirmierung um eine Art der “Umschuldung” handeln solle. Das also die noch wertbringenden Kunden in eine neue Gesellschaft übernommen werden während die alte Gesellschaft mit ihren Schulden zurückbleibt. Und damit diese Firmenkunden leer ausgehen.

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