CPS Datensysteme: Neuer Wachstumsmarkt Downsizing von Ex-DENIC Mitgliedern?

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Für größere Provider gehörte eine Mitgliedschaft in der DENIC, der zentralen Registrierungsstelle für .de Domains, bisher zum guten Ton. Doch wegen der damit verbundenen Kosten und dem harten Wettbewerb vermutet CPS Datensysteme, dass sich eine ganze Reihe von Providern von ihrer Mitgliedschaft trennen wollen und bietet hierfür zielgerichtete Angebote an. Wir fragten nach.

Wir sprachen dazu mit dem CPS Datensysteme Product & Key Account Manager Ralf Jaeger.

WHL: Herr Jaeger, ein Angebot speziell für zukünftig ehemalige DENIC-Mitglieder. Ist das denn ein relevanter Markt?

CPS: In den letzten Jahren kam es zunehmend zu einer Sättigung des Marktes und entsprechend zu einem „Preiskampf“ zwischen den Anbietern. Durch die sinkenden Margen rechnen sich nun Mitgliedschaften zunehmend nicht mehr oder es sind schlichtweg größere Bestände nötig, damit sich Mitgliedschaftsgebühren, Entwicklungskosten und der administrative Aufwand im Hintergrund auszahlen. Wir haben die Marktbereinigung selbst für uns als Markt entdeckt. Insofern sehen wir diesen als relevant an.

 

WHL: Wieviele Unternehmen haben denn in dem letzten Jahr ihre DENIC-Mitgliedschaft aufgegeben?

CPS: Die Aufgabe einer Mitgliedschaft zieht sich meist über mehrere Jahre hin. Wir können also nur abschätzen, dass sich aufgrund der Bestandsverlagerungen etwa 2-3% der DENIC-Mitglieder mit der Aufgabe ihrer Mitgliedschaft auseinandersetzen.

 

WHL: Sehen Sie hier eine Tendenz?

CPS: Durch die Entwicklungen des Domainmarktes in den letzten 5-7 Jahren haben sich die Aufgaben der Registrare ganz allgemein verändert – und es stehen noch einschneidende technische und rechtliche Veränderungen bevor, wenn die Pläne der ICANN umgesetzt werden. Viele Registrare werden diese Reformen nicht oder nur unzureichend umsetzen können und ihre Akkreditierungen verlieren. Derzeit sehen wir immer öfter die Übertragung von Akkreditierungen und Mitgliedschaften auf andere Unternehmen. Dies gab es in den Jahren zuvor nur sehr selten. Heute hingegen sind Neuakkreditierungen eher selten geworden.

 

WHL: Ab wieviel Domains lohnt sich denn aus Ihrer Sicht aktuell eine DENIC Mitgliedschaft?

CPS: Hier kann man keine feste Zahl nennen. Ich würde aber schätzen, dass wir einem Interessenten mit einem mittleren 5-stelligen Domainbestand ein für ihn lohnenderes Angebot unterbreiten können. Ob sich bei noch größeren Beständen eine Mitgliedschaft bei der DENIC lohnt, hängt nicht zuletzt vom gebotenen Mehrwert ab, den ich bei meinem Registrar erhalte. Dieser kann den Preisvorteil im Einkauf betriebswirtschaftlich durchaus übertreffen, womit eine Mitgliedschaft hinfällig wird.

 

WHL: Und hat sich an dieser Profitabilitätsgrenze aktuell etwas geändert?

CPS: Durch den Kostendruck auf der einen Seite, die Anforderungen an Software und Technik auf der anderen Seite, muss ein Registrar mittlerweile wesentlich größere Bestände unterhalten, damit sich Mitgliedschaften und Akkreditierungen rechnen. Früher konnte man solche Mitgliedschaften durchaus auch mit kleineren Beständen rechtfertigen. Auch heute verwalten noch etwa 90% der DENIC-Mitglieder im Durchschnitt jeweils weniger als 100.000 Domains. Die CPS-Datensysteme zählt damit zu den restlichen 10% der Mitglieder mit über 100.000 Domains im Bestand, was uns allerdings eben auch eine andere Kalkulation im Verkauf ermöglicht.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

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