Wie finde ich den passenden Anbieter für Rechenzentrums / Colocation-Fläche

  • 09.09.2016


4. Technik

Energieversorgungen und deren Unabhängigkeit

Als Standard ist heutzutage mindestens eine redundante Strom-Zuführung über zwei Trassen. Im Idealfall werden diese auch an zwei unterschiedlichen Punkten dem Gebäude zugeführt, so das der berühmte Bagger immer nur eine Trasse beschädigen kann. Darüber hinaus sind natürlich USV sowie ein Dieselgenerator erforderlich. Auch sollte erfragt werden, wie lange maximal der Diesel den Betrieb aufrecht erhalten kann und ob es einen Vertrag mit einem Lieferanten gibt, der innerhalb einer garantierten Zeit liefert. Auch die Frage nach regelmäßigen Tests des Dieselgenerators und der USV-Anlage sind berechtigt und wichtig. Im Idealfall erhalten Sie hierüber Testprotokolle vorgelegt, die beweisen, dass der Anbieter diese tatsächlich durchgeführt hat.


Intelligente Klimatisierung

Eine intelligente Klimatisierung schont die Ressourcen und sorgt zuverlässig für Sicherheit der Server und deren Räumlichkeiten. Darüber hinaus sorgt diese für eine effizientere Kühlung Ihrer Technik, z.B. bei der Nutzung von kalten und warmen Gängen. Lassen Sie sich das Klimakonzept erklären und fragen Sie, warum konkret auf diesem Wege klimatisiert wird und nicht anders.


Zertifizierungen

Wie bereits erwähnt, sollte man auf entsprechende Zertifizierungen des Rechenzentrums bei der Auswahl achten. Neben der ISO-Zertifizierung eines Rechenzentrums nach der Norm ISO-27001 gibt es beispielsweise auch den eco Data Center Star Audit (https://www.dcaudit.de).

Weiterhin gibt es eine Klassifizierung durch die Klassen „TIER-1“ (niedrigste Sicherheitsklasse“) bis „TIER-4“ (höchste Sicherheitsklasse). Diese Klassifizierung wurde durch das „Uptime Institute“ mit Sitz in den USA festgelegt.


Anbindung

Welche Anbindung hat das Rechenzentrum an welche Service-Provider und mit welcher Bandbreite? Die Aussage, dass das Rechenzentrum über Glasfaser angebunden ist, reicht nicht aus: Wohin gehen die Leitungen, welche Bandbreite wird tatsächlich auf den Leitungen genutzt? Ist auch hier Redundanz vorhanden, z.B. durch unterschiedliche Hauseinführungen?



TIER-1
Die Klassifizierung nach TIER-1 ist die niedrigste Einstufung, die ein Rechenzentrum erhalten kann. Redundanz ist hierbei nicht gefordert, es besteht also nur ein einziger Versorgungsweg für Strom und Klimatisierung. Entsprechend ist eine Wartung im laufenden Betrieb nicht möglich, da es ja keine Redundanz gibt.




TIER-2
Im Gegensatz zu TIER-1 werden hier redundante Komponenten verwendet, allerdings bezieht sich dies nicht auf die Versorgungswege. Eine Wartung ist aber hierdurch i.d.R. im laufenden Betrieb möglich.



TIER-3
Hierbei existieren mehrfache, redundante Komponenten. Dennoch gibt es auch in Rechenzentren dieser Klassifizierung Abschnitte, die nicht redundant ausgelegt sind. TIER-3-Rechenzentren verfügen zudem über mehrere Brandabschnitte, um Ihre Ausfallsicherheit zu erhöhen.


TIER-4
Hierbei handelt es sich um die höchste Einstufung für die bestmöglichste Verfügbarkeit. Alle aktiven und passiven Komponenten sind im Rechenzentrum redundant ausgelegt und auch die Versorgungswege sind vollständig redundant. Der sogenannte Single-Point-of-Failure (SPOF) existiert bei einem TIER-4-Rechenzentrum nicht wirklich. Alle modernen Rechenzentren in Deutschland arbeiten i.d.R. nach TIER-4-Standard.